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„Cash al hammam“ (Taubenkrieg) Man weiss nicht genau, wie alt dieser Sport ist und wie man dazu gekommen ist, aber es gibt ihn schon seit Generationen und von Jahr zu Jahr nehmen mehr Interessierte daran teil. Es ist der Moment, in dem der „Cashesh l hammem“ (der die Tauben fliegen lässt) ein Stück des Himmels regiert. Meist zwei Mal täglich zu festgelegten Zeiten lassen die Taubenzüchter ihre Tiere zum Fliegen frei. Die Tauben sind in zwei Gruppen unterteilt: Die erste Gruppe, die immer früh um die Mittagszeit fliegt, nennt man „Asaker (Soldaten) Die zweite Gruppe fliegt spät nachmittags und wird „Agnas“ (Rassen) genannt Die Asaker sind gut trainierte Tiere, viele Kreuzprodukte und leichtgewichtige Rassen wie Damaskener, Karakant-Tümmler, Syrische Segler, Barbarizi-Mövchen u.ä. Diese Taubenschwärme werden auch „Haramije“ (Diebe) , genannt, weil sich mit den Schwärmen zum Teil. weit entfernter Gegner vermischen und mit einem Teil fremder Tauben wieder zurückkehren. Die richtig gut trainierten Tiere, die meistens aus eigener Nachzucht stammen („Fruch l’dar genannt) werden abends zur Jagd geschickt, da sie sich trotz der Dämmerung im Tiefflug in einem relativ großen Umkreis zurechtfinden und sich mit anderen Tauben vermischen. Die zweite Gruppe, die Agnas, wird vor Sonnenuntergang losgelassen, einzig zum Vergnügen des Züchters. Sie besteht aus schönen, qualitativ hochwertigen Rassen, die deshalb nur abends fliegen gelassen werden, damit sie nicht hoch und weit fliegen, so dass kein Gegner im „Krieg“ sie mit seinem Schwarm mitreißen kann. Zu dieser Gruppe gehören Syrische Wammentauben, Libanontauben, Mazoni-Wammentauben… „Cash al hammam“ wird Taubenkrieg genannt, weil die Taubenzüchter untereinander Absprachen getroffen haben, dass der Züchter, dessen Schwarm fremde Tiere mitbringt, diese auch behalten darf. Trotzdem bleibt es immer im sportlichen Rahmen, an dem sich auch beste Freunde beteiligen. Zunächst beobachtet der Züchter die Schwärme seiner Gegner, schaut per Fernglas von Dach zu Dach, um zu sehen, ob jemand neue Tiere hat und bei wem sich die Jagd lohnt. Dann lässt der Züchter seine Tiere frei, sie landen auf der Landebahn, der „Mhat“, und werden dann mit einer Fahne weggejagt. Um sie höher und weiter fliegen zu lassen, pfeift der Cashash al hammam laut. Sie vermischen sich mit den Schwärmen der Gegner. Nachdem sie sich wieder getrennt haben, erkennt der Züchter auf den ersten Blick, ob sich sein Schwarm vergrößert oder verkleinert hat. Hat er Tiere an einen anderen Züchter verloren, jagt er seinen Schwarm noch weiter, hat er Tiere gewonnen, lockt er sie mit einer Täubin, die schon mit einigen Tieren seines Schwarms gepaart ist („Tohbita“ genannt), schnellst möglich auf die Landebahn und fängt sie mit einem Netz („Tara“) ein. Dieser tägliche Flugkrieg kann schon mal drei Stunden dauern. Nachts treffen sich die Züchter dann in ihren Stammcafes, bestellen Wasserpfeife („Argile“) und Tee („schai“ ) und sprechen über Erfolge oder Niederlagen des Tages. Manchmal bringt man die gefangenen Tiere mit, stellt sie in eigens vom Cafebesitzer zur Verfügung gestellte Taubenschläge und zeigt stolz seine Beute oder bietet sie dort zum Verkauf an. Es gibt auch die Möglichkeit, gefangene Tiere durch Zahlung einer Ablöse („Facke“) zurück zu bekommen. Diese Facke kann ein zu vereinbarender Geldbetrag oder der Tausch gegen ein anderes Tier sein. Die meisten Züchter möchten gefangene Tiere allerdings nicht behalten, weil sie befürchten, dass sie durch ihre schlechten Leistungen erneut gefangen werden könnten. Des Öfteren kommt es zu Diskussionen zwischen Sieger und Verlierer, manchmal einigen sie sich nicht, da der Gewinner eine zu hohe Ablöse verlangt. Wenn die Situation dann zu eskalieren droht, mischen sich die alten Herren vermittelnd ein. Auf deren Wort wird gehört, so dass die Tiere nicht selten um des lieben Friedens Willen zu ihrem alten Besitzer zurückgehen. Daran erkennt man die schöne Mentalität der Araber: Koste es was es wolle, respektvoll wird gemacht, was die Alten sagen.
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Kaschasch al hamam
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