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Tauben im Libanon
Man denkt, um die
qualitativ besten Wammen- und Libanontauben zu finden, muss man in den
Libanon reisen. Mit den allerhöchsten Erwartungen fährt man dorthin.
Vereine gibt es ebenso wenig wie Homepages von Züchtern, dennoch muss
man nicht lange suchen, um Züchter zu finden. Ein Blick in den Himmel
genügt, sofort sieht man Taubenschwärme fliegen, hört Züchter, die durch
Pfeifen, die Tauben noch höher gen Himmel zu jagen, und weiß sofort, wo
man Züchter findet, denn auf jedem 7. Hochhausdach haben sie ihre
Taubenställe gebaut. Man geht hin, stellt sich vor und wird
gastfreundlich willkommen geheißen. Ich bin quer durch meine Heimat
gefahren, habe viel herumgefragt und mich umgehört und muss zu meinem
Bedauern sagen, dass ich nur selten Tiere in ihrer ursprünglich so
hohen Qualität gefunden habe.
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Kreuzungen zwischen Malteser und Libanontaube |
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Schon zu Zeiten der Phönizier haben die
Libanesen Gefallen daran gefunden, die Welt zu erkundschaften. Und
auch heute noch leben Libanesen auf allen Erdteilen verteilt und bringen
bei Reisen in die Heimat Dinge, die ihnen am Herzen liegen, von dort mit
in den Libanon. |

oben, rechts: Kreuzung zwischen Dragon und
Libanontaube
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So führten sie auch europäische Taubenrassen
ein. kreuzten diese mit den eigenen Rassen – die Taube sollte
größer, länger und aufrechter werden, wodurch die Taube eine höhere
Flugleistungsfähigkeit bekam. Weil so viele Leute mehr Interesse daran
haben, Tauben fliegen zu lassen als sie zu züchten, verbreiteten sich
diese Kreuzungen sehr schnell, so dass man jetzt kaum noch Tiere in ihrem ursprünglichen Stamm
findet. Man erkennt deutlich, dass die Tauben mit europäischen Rassen-
insbesondere mit Maltesern, dänischen Tümmlern und Dragon- gekreuzt
wurden. Ein weiterer Grund dafür, dass ich meine Wunschtauben nur
selten finden konnte, sind die Kriege, die seit 1974 zahlreiche
Gebäude zerstörten. |
  
Beim Zuchtfreund in Saida
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Da sich die Taubenställe auf den Dächern
dieser Gebäude befanden, starben so viele Tiere, dass nicht mehr
viele gute Tiere für die Zucht zur Verfügung standen. Des Weiteren
gibt es wenig Forschung in Bezug auf Tierkrankheiten und deshalb kaum
effektive Medikamente. Dies bereitet den Züchtern große Schwierigkeiten.
Ich war sehr erstaunt, wie groß das Interesse der Züchter an deutschen
Medikamenten ist. Sobald sie erfahren hatten, dass ich aus Deutschland
komme, baten sie mich, ihnen die „so hochwertigen deutschen Präparate “
zu besorgen- „made in Germany“-ist sehr begehrt im Libanon! |

ein guter Zuchtfreund händigt mir ein Zuchtpaar aus in Süd-Libanon
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Gott sei Dank gibt es
aber noch einige Züchter, die viel Wert auf den Erhalt der
ursprünglichen Rassen legen und mit viel Herzblut hart dafür arbeiten,
diese Rassen in hoher Qualität zu erhalten und zu verbreiten. Einen
solchen Züchter habe ich im Süden meines Vaterlandes entdeckt. In der
Zuchtstation von „Abu Fadel“ habe ich zahlreiche wunderschöne schwarze
syrische Wammentauben von allerbester Qualität gefunden. Seine Anlage
liegt extra ca 500m über dem Meeresspiegel, um optimales Klima zu
garantieren. |
 
bei Zuchtfreund Bschara
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Sie besteht aus mehreren zum Teil
100m² großen Volieren (siehe Fotos), zu denen nur einige Auserwählte
Zutritt bekommen. Ein Pärchen aus dieser Zucht bekommt man nicht unter
1000 Euro- und sie sind jeden einzelnen Cent auch wert! Zu meiner großen
Freude ist es mir gelungen, ein Paar mitzubringen. Es war mir eine
Freude, Züchter von solch hochwertigen Tauben kennenzulernen und zu
besuchen, doch selbst diese sagen, dass man die wahren Schätze der
Wammen- und Libanontaubenzucht in Syrien findet- und so beschloss ich,
nach Syrien zu fahren. |

links: Imad Alema in Beirut
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